Donnerstag, 9. April 2009

Der Küchenschreck in Barcelona- Hotel Majestic

Der Küchenschreck ist endlich aus seinem Winterschlaf erwacht und hat Euch aus Barcelona einen umfassenden Reisebericht mitgebracht. Hier braucht Ihr heute also ein bisschen Geduld und Muße, denn wir haben in den 5 Tagen nicht nur Restaurants getestet, sondern auch sehr viel erlebt.

Das "Hotel Majestic" war in dieser Zeit unser "Zuhause" und auf den auf den ersten Blick ein sehr schickes Etablissement...erwartet man auch irgendwie bei 5 Sternen...die hatten sogar Kofferträger und Pagen. Ganz schön schwülstige Bude mit dicken Teppichen, Kronleuchtern und haufenweise Louis Vuitton-Taschen-Trägerinnen mit riesigen Sonnenbrillen.

Unser Zimmer war eher winzig, hatte einen beschissenen Ausblick auf den Hinterhof mit 1000 Mülltonnen, aber ein großes Bett und ein schönes, sauberes Badezimmer. Zwar hatten wir eh nicht vor, den ganzen Tag im Hotel zu sitzen, aber bei einem stolzen Zimmerpreis von 250 € erwarteten wir irgendwie was Anderes.


Der Frühstücksraum befand sich im Keller der Gebäudes und hatte dementsprechend nicht ein einziges Fenster. Er war auf Tiefkühltemperaturen eingestellt und glich eher einem Ameisenhaufen (wuselnde Kellner und Gäste) als einem gemütlichen Frühstücksrestaurant. Man servierte chlorierten Tee. Kaffee gabs aus einem Nespresso-Automaten. Das Obst auf dem Buffet teilweise noch gefroren, teilweise unreif, teilweise mit Frostaschäden. Manchegokäse und spanischer Schinken dagegen erstklassig. Sicher, das Frühstück ist nicht die Sache eines Spaniers, aber in einem Hotel mit internationalem Ruf sollte ein gutes Frühstück zum Service gehören.
Zusammenfassung:
Zwar gab es in der ersten Etage ein "mehrsterniges" Gourmetrestaurant, aber die letzte Renovierung lag -laut Auskunft im Aufzug- bereits 10 Jahre zurück. Und wenn man genau hinschaut hat, konnte man überall sehen, dass es eigentlich viel zu tun gäbe. Angefangen bei durchgelegenen Matrazen, über Schrammen und Kerben in den Möbeln oder Laufstraßen im Teppich... der glamouröse Lack eines 5*-Hotels ist leider bereits etwas abgeblättert.

Trotz allem haben wir uns die Laune nicht vermiesen lassen und haben uns Barcelona zu Fuß und im Bus erkundet und waren beeindruckt von einer bunten, jungen und trubeligen Stadt. Wir werden zwar nie wieder im "Majestic" logieren, kommen aber trotzdem bestimmt wieder in die katalanische Hauptstadt .