Sonntag, 15. November 2009

Haute Cuisine an der Ostsee

Ja, es ist tatsächlich bereits wieder 1 Jahr her, dass wir vom traditionellen Galamenü des Strandhotel Sonnenburg in Kühlungsborn berichteten. Und auch in diesem Jahr hatte Alexander Zollner wieder 50 Stammgäste zu einem kulinarischen Höhenflug eingeladen. Dieses Mal stand ein mediterranes Menü mit Weinen aus Portugal auf der Speisekarte.
Hatten wir im vergangenen Jahr an dieser oder jener Stelle eine kleine Kritik anzumelden, sind wir in diesem Jahr immernoch sprachlos... und das im positivsten aller Sinne!
Wir genossen ein Menü, nachdem wir das Wort "Gaumenfreude" neu definieren könnten. Unglaubliche Aromen, erstklassige Zutaten, ausgeklügelte Rezepte, feine Gewürze und das alles in einer wunderbar gelungenen Abstimmung auf die Weine des Abends, die uns Weinliebhaber und -kenner Manfred Zaddach nahe brachte.
Lange Rede - kurzer Sinn: wir spannen Euch hier nicht länger auf die Folter und geben Euch ausführlich Auskunft über das gesamte Menü:


1. Starter: Ciabbatta mit gesalzener Butter und Schmalz von der Gänseleber
Frisches Brot und 2 Aufstriche, die zwar einfach, dafür geschmacklich umso feiner waren. Für uns als Liebhaber der kleinen Brotaufstriche aber perfekt!



2. Amuse geule aus der Molekularküche
Molekularküche...der katalanische Starkoch Ferran Adria machte diese Art der Speisenzubereitung salonfähig und mittlerweile experimentiert man auch in Kühlungsborn mit dem Chemiebaukasten. Für uns hatte Chefkoch Schwabe ein Tomatengelee auf Mozzarella kreiert, das im Mund krachte und bitzelte und so sicher viele von uns an die Knallbonbons unserer Kindheit erinnerte, sowie einen exzellenten Schwertfischtatar mit feinen Kräutern, den ein Häubchen feinsten Basilikumschaumes krönte.

3. Artischockensalat mit Kaninchen (bzw. Perlhuhn)
Ja, auch auf zarte Gemüter wurde Rücksicht genommen. Da unsere Tischpartner im Vorfeld bereits anmerkten, kein Kaninchenfleisch essen zu können, wurde prompt reagiert. Sie bekamen eine zarte Perlhuhnbrust, die in den höchsten Tönen gelobt wurde.
Der Artischockensalat war sehr würzig und frisch, wogegen das Kaninchenfleisch leider etwas trocken und fest geraten, geschmacklich jedoch sehr gut war.


4. Spiel von der Wachtel
Ob gefüllt mit einer Farce von der Entenstopfleber mit Trüffeln, einem winzigen Spiegelei auf Shitakepilzen oder einer Wachtelbrust auf Kartoffel-Steinpilz-Pürree...dieser Gang war in allen Aromen unglaublich fein aufeinander abgestimmt und paßte hervorragend in diese Jahreszeit.





5. Bohnensüppchen mit Pata Negra
Kleine Lebensmittelkunde: Pata Negra oder auch Jamón Ibérico ist ein ganz spezieller Schinken vom Ibericoschwein. Da Ibericoschweine meist eine schwarze Klaue haben, nennt man diesen Schinken auch Jamón de Pata Negra (Schwarzklauenschinken). Die Tiere werden meist als Weideschweine freilaufend in Kork- und Steineichenhainen gehalten und mit Eicheln gemästet, was dem Fleisch sein spezielles Aroma verleiht.
Auch dieser Gang passte wunderbar in die kühle Jahreszeit und war für uns die sehr gelungene elegante Variante einer weißen Bohnensuppe. Auch mit einem anderen Schinken könnten wir uns dieses Süppchen prima auf der normalen Saisonkarte vorstellen.

6. Pikante Gemüsecanneloni
Selbstgemachter Nudelteig, winzig geschnittenes Wurzelgemüse, leichte Schärfe. Als Garnitur eine Kombination aus Pesto verde und einer Tomatensoße. Wohlschmeckend, wunderbar leicht und wahrscheinlich unglaublich aufwändig in der Herstellung. Unser Lieblingsgang war's aber nicht.




7. Saint-Pierre-Filet auf Rote Beete-Trüffel-Risotto
Zunächst: Der St. Pierre -oder auch Sonnen-, Peters-, Christus- und Martinsfisch- ist ein Speisefisch, der auch als "Heringskönig" bezeichnet wird. Der St. Pierre darf nicht mit dem in Israel gezuechteten Suesswasser- St.-Petersfisch verwechselt werden. Mit bis zu 70 Prozent Abfall beim Filetieren zaehlt der delikate Fisch zu den teuersten.
Er lebt im Ostatlantik im Bereich von Südafrika bis Norwegen, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, sowie im Pazifik um Australien, Japa und Neuseeland. Sein Markenzeichen ist ein runder, schwarzer, oft gelb umrandeter Fleck. Der Legende nach ist dies ein Fingerabdruck des Apostel Petrus. Dieser soll dem Fisch ein Goldstück aus dem Mund gezogen haben. Daher auch der Name Petersfisch.
So ungewöhnlich die Zusammenstellung aus Roter Beete, Reis und Fisch auch klingen mag: Dieser Gang bekam von uns allen absolute Spitzennoten und ein dickes WOW! obendrauf. Die Aromen waren unglaublich fein aufeinander abgestimmt, der dazu ausgesuchte Weißwein paßte nahezu perfekt!

8. Mangosorbet mit Erbeerkaviar
Ach ja...der Molekularbauskasten hatte es dem Chefkoch des Hauses aber auch wirklich angetan.Und so kredenzte er seinen Gästen ein geschmacklich sehr frisches Mangosorbet mit winzigen Erdbeerkügelchen...kaviarähnlich in der Form, süß im Geschmack und einer Dekoration mit einem Basilikumblatt, das nicht nur gut dazu aussah, sondern auch noch hervorragend zu den fruchtigen Sachen passte, denn obwohl man ja die Speisedeko eigentlich nicht mitisst, haben wir probiert... Lecker!

9. Wagyurind an mediterranem Gemüse
Da hatten wir schon wieder etwas ganz außergewöhnlich Spektakuläres auf dem Teller.
Denn das Fleisch des Kobe-Rindes wird stets mit zahlreichen Superlativen bedacht. Zu Recht, denn schließlich handelt es sich hierbei um das teuerste und exklusivste Hausrind weltweit. Für Spitzenköche und Feinschmecker ein Inbegriff kulinarischen Luxus.
Die Konsistenz des Fleisches war für uns neu, da sich ein Stück marmoriertes Fleisch auf unserem Teller befand, das eigentlich aussah, als wäre es eher fest. Aber Fehlanzeige: das nächste WOW! des Abends...andächtige Ruhe an unserem Tisch (und das will was heißen)... Das war die zarteste Versuchung seit es Rindfleisch gibt!
Und weil dieses Gericht so eine besondere Spezialität darstellt, müssen wir hier unbedingt noch einen kleinen Exkurs einfügen:
Namensgeber des Tieres ist ursprünglich die japanische Region Kobe. Da das Original Kobe Rind nicht aus Japan exportiert wird, sind in Deutschland Nachzüchtungen (Australien, USA, Europa) erhältlich, die als Wagyurinder bezeichnet werden. Das Fleisch des Wagyu Rindes ist etwas günstiger als das Original, in Deutschland ist es für rund 150 Euro pro Kilo erhältlich.
Aber warum ist gerade dieses Fleisch so besonders?
Das Geheimnis liegt in der Züchtung, die auf Grundlage einer speziellen Methode vollzogen und wird. So wird den Rindern nur Kraftfutter bestehend aus Getreide, Rüben, Kartoffeln und Alfaalfa Keimlingen verabreicht. Es werden keine künstlichen Wachstumshormone verwendet und zur Vorbeugung von Krankheiten kommen keine Antibiotika zum Einsatz.
Die Rinder werden in großzügig angelegten Gehegen freilaufend gehalten. Der Clou ist die tägliche Massage, die der Bauer jedem Rind zukommen lässt. Mit einem Spezialhandschuh wird das Tier zwei bis drei Stunden massiert und dabei gleichzeitig mit Reiswein besprüht. Mittels dieser Methode bildet das Rind eine Fettauflage, die für die Zartheit des Fleisches verantwortlich ist. Zusätzlich bekommen die Tiere Bier (oder auch Rotwein) zum Trinken, an besonders schwülen Tagen können es durchaus bis zu zwei Flaschen pro Rind sein. Der Alkohol regt den Appetit an und sorgt dafür, dass die Tiere auch an besonders heißen Tagen ausreichend fressen.
Das Kobe- oder Wagyurind benötigt im Schnitt dreimal so viel Zeit wie ein herkömmliches Rind bis es schlachtreif ist. Aufgrund dieser Spezialbehandlungen und des enormen Zeitaufwands rechtfertigt sich der Preis des Fleisches. Auch durch das geringe Angebot und die große Nachfrage wird der Preis zusätzlich in die Höhe getrieben.

10. Topfenknödel mit Kumquats und Orangensauce
Schon wieder ein WOW! Gepaart mit einem 10 Jahre alten Madeira war dieser Gang ein weiterer geschmacklicher Höhepunkt, sprach er doch Naschkatzen und Solche, die Desserts nicht so sehr mögen, gleichermaßen an. Die Knödel fluffig und neutral, eine fruchtige Sauce und herb-frische Kumquats. Dazu ein schnapsig-süßer Madeira mit einer tollen Pflaumennote.


11. Käse rund um das Mittelmeer
Wie jedes Jahr gab es nun auch noch etwas für den Liebhaber der herzhafteren Dessertauswahl. 4 feine Käsesorten mit 3 köstlichen Dips. Jede Spezialität war beriets für sich noch ein kleines i-Pünktchen auf die vorangegangenen Speisen, aber in der Kombination wiedermal sehr lecker und der schöne, runde Abschluss eines gelungenen Galadiners.

12. Kaffee & Pralinen
Der Espresso kam an dieser Stelle gerade recht und obwohl wir fast platzten, mussten wir noch von den feinen Pralinen probieren, die wir uns dieses Jahr nicht teilen mussten... es bekam jeder sein eigenes Tellerchen mit den kleinen köstlichen Sünden.

Für alle neugierigen Weinfreunde unter unseren Lesern haben wir dieses Mal ganz genau auch die Weine unter die Lupe genommen und wollen Euch nicht länger auf die Folter spannen:

Port Tonic
Weißer Portwein und Tonic Water ... ein erfrischend anderer Aperitiv, den wir uns ganz exzellent auch im Sommer vorstellen können.

Evel Branco - Duoro - Real Companhia Velha - 2008
- viel Säure
- intensiver Geschmack, Apfelaromen, leicht "kellerig"
- etwas schwerer

Quinta de Lixa - "Loureiro" (Lorbeer) - Vinho Verde - 2008
- sehr leicht, wenig Säure (6,8 g)
- aus dem Norden der iber. Halbinsel
- milde Aromen, wie z.B. Sternfrucht

Redoma branco - Duoro - Nieport Vinhos - 2008
- unser ungekrönter Favorit
- sehr wenig Säure (5 g)
- frisch und weich
- Aromen wie gelbe Birne, Vanille und weiße Schokolade

Conde de Vimoso Reserva - Ribatejano - Falua-Sociedade de Vinhos - 2003
- 12 Monate im Barrique gereift
- schöner Winterwein
- sehr aromenreich
- vordergründig nach Waldbeeren, Eukalyptus und Rosmarin
- im Abgang später auch karamell, Kaffee und Schokolade

Malvasia 10 Years old - Madeira - Vinhos Justino Henriques
- süß und schnapsig
- leckeres Pflaumenaroma
- gutes Pendant zu Desserts

Medronho
Aus dem Unterholz vieler Mittelmeerwälder leuchtet der rötliche Stamm des Erdbeerbaums, Arbutus unedo. An der Algarve werden sie zu einem für die Region typischen Obstler verarbeitet. Die Herstellung des Hochprozentigen ist einfach: Auf 10 kg Früchte setzt man 3 l Wasser an und lässt das Ganze 20 Tage lang zur Fermentierung stehen, bevor der Brand destilliert wird. Das Resultat ist etwa 1 l klarer Schnaps.

DANKE LIEBES SONNENBURG-TEAM FÜR DIESEN TOLLEN ABEND!
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Dienstag, 20. Oktober 2009

Der Chefkoch und der Küchenschreck

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Amerikanische Küche ist nicht wirklich unser Ding...alles viel zu groß, zu üppig, zu süß, zu fett...
Wenn aber ein Starkoch sich aufmacht, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nach guter Küche zu suchen und man die Möglichkeit bekommt, mit ihm darüber zu sprechen, dann ist das unbedingt einen Beitrag im Küchenschreck wert.
So geschehen heute im Sat.1-Studio, in dem ich -neben all der Hotel- und Küchentesterei- als Make up Artist arbeite. Jamie Oliver, der Kult-Koch-Entertainer, kam vorbei, um sein neues Buch "Jamies Amerika" zu promoten.
Sympatisch ist er, der 34jährige Brite, der immer wieder Schlagzeilen macht, weil er z.B. das Nachdenken über Produktkonsum durch die Vergasung wuscheliger Küken anregt oder das Einheitsessen an englischen Schulen auf den Kopf gestellt hat. Geduldig signiert er die Kochbücher, die wohl die gesamte Redaktion zur Unterschrift vorlegte und ebenso geduldig und charmant ließ er die Schmink-Prozedur über sich ergehen.
Und genauso entspannt plauderte er mit unseren Moderatoren über das Menü, das er für Familie Obama gekocht hat, fasziniert darüber, dass die beiden Obama-Mädchen ihm ordentlich zur Hand gingen und darüber, dass er die Küche der Downing Street No. 10 für die wohl schrecklichste der Welt hält. Natürlich auch über sein Buch, denn dafür war er ja zu Gast bei Sat.1.
"Jamies Amerika" ist ein Ausflug in die unterschiedlichsten Gerichte amerikanischer Küche. Die Vielfalt der Rezepte beweist, dass es in den USA eben nicht nur Hamburger, Donuts & Co. gibt, sondern dass die Gerichte durch jahrzehntelange Einwanderei den unterschiedlichsten Einflüssen unterliegt. Das wohl lustigste Rezept: Ein Huhn mit einer Bierdose gestopft.... und hier wird garantiert nicht verraten, warum die Amis die Hühner so auf ihre Grills packen... selbst lesen ist angesagt!

Links:







Montag, 5. Oktober 2009

Tomatiges

Es gab in meinen Kindertagen mal einen Kanon: "Tomatensalat To-ma-ten-sa-lat....", mit dem ich hier zuhause jemanden ab und an ziemlich auf die Palme bringen kann ;-).
Und passend zum Thema fiel mir parktischerweise neulich in unserem Biomarkt eine Auswahl verschiedener Tomaten in die Hände. Die haben wir ausgiebig getestet und verraten hier die Ergebnisse. Leider sind wir im Netz nicht so richtig fündig geworden, wie die einzelnen Sorten heißen könnten und wären froh, wenn der ein oder andere Leser uns hier weiterhelfen kann.

Nr.1
Diese Tomaten sehen lustig aus: dunkelgrün-rot geflammt. Sie haben ein ebenso farbiges Fruchtfleisch, eine feste Schale und schmecken ein bisschen nach Gras und enden mit einem süßlich-malzigen Aroma.

Nr.2
Wieder ein lustiges Muster. Dieses Mal grün-gelb-flammig. Sehr feines und ausgeprägtes Aroma. Fruchtig-tomatig, wie es sein soll.
Die gelbe Tomate der beiden schmeckte weniger gut..eher nach Wasser.

Nr.3
Sie sehen aus, wie Mini-Roma-Tomaten, die ja normalerweise immer sehr aromatisch sind. Diese hier waren eher wässerig.

Nr. 4
Minitomate in orange. Die schmeckt nach gar nichts. (Unsere selbstgezogenen Balkontomaten "Fox orange" sind auch orange, schmecken aber wesentlich aromatischer).

Nr.5
Auf dem Foto wirken diese Tomaten rot...in Wirklichkeit waren sie fast pink. Und waren geschmacklich eher enttäuschend.

Nr.6
Klein, gelb, knackig. Angenehme Säure, reicher Tomatengeschmack.

Nr.7
Bordeauxrote Minitomate. Sie ist knackig und wirklich sehr aromenreich. Leicht säuerlich und wenn man gut kaut erinnert diese Tomate ganz wenig an dunkles Karamell.

Sonntag, 20. September 2009

Kavalierhaus im Schloßpark Caputh

Heute beim Sonntagsbrunch im Kavalierhaus im Schloßpark Caputh. Sonntags gibt es hier von 11 Uhr bis 15 Uhr Brunch, Kostenpunkt 15 € ohne Getränke. Ganz wichtig, immer vorher reservieren, denn es ist eine Menge los. Das Ambiente ist großartig, insbesondere an einem so schönen Spätsommertag wie heute, auf der Terrasse gleich am Templier See.

Zum Buffet: Also es wird schon eine ganze Menge aufgefahren. Leider kamen wir "erst" gegen kurz vor 12 Uhr an, so dass es nur noch wenig Reste des eigentlichen Frühstücks gab, die schon von den Mittagsgerichten abgelöst wurden. Generell wandelt sich hier das Brunchbuffet mit fortschreitender Zeit. Nachgereicht werden Speisen im Wechsel.

Allerdings erinnerten die noch übrigen Frühstücksbrötchen an Aufbackware, die Butter schwamm auf der Wasseroberfläche der vormaligen Eisschale, Käse und Wurst waren reichlich vorhanden, aber eben nur 2 Sorten Marmelade, portioniertes Nutella, leckeres Rührei, aber leider keine Croissants und keine Früchte. Der Frühstücksteil war eher eine Enttäuschung. Die Mittagsgerichte dagegen machten einen überaus leckeren Eindruck. Insbesondere die in Algenblättern gerollte Lachsterrine fand meine ungeteilte Aufmerksamkeit! Abgerundet wurde das ganze später durch leckere Desserts zum Nachtisch (Eisbombe, Schoko-Nuss-Kuchen, Mango-Fruchtcreme mit Joghurt).

Wer also frühstücken möchte, der sollte möglichst früh im Kavaliershaus aufschlagen, vielleicht hat er/sie dann etwas mehr Glück. Mittagessen inkl. Nachtisch dagegen können wir nur weiterempfehlen!

Mittwoch, 9. September 2009

In der eigenen Küche: Ciabbatta mit Feta und viel Sommer

Es wird Zeit, dass wir endlich mal wieder eines unserer Küchenexperimente veröffentlichen!
Neulich habe ich nämlich in unserer Kantine (jahaaaa....Kan-ti-ne!) ein sensationell einfaches Gericht entdeckt, das superlecker schmeckt, echt satt macht und mit wenigen Handgriffen in geschätzten 10 Minuten verzehrfertig ist. Und selbst Küchenmuffel und absolut unbegabte Köche können damit punkten.

CIABBATTA MIT GANZ VIEL SOMMER

Man nehme:

2 frische Ciabbatta-Baguettebrötchen (wie abgebildet)
4-5 eingelegte, getrocknete Tomaten
eine kleine Hand Rucola
gutes Olivenöl
etwas Pfeffer
echten Schafskäse (kann auch mit Ziegenmilch verfeinert sein...bloß kein Billigfeta aus Kuhmilch)
und bereite daraus:

Ciabbatta in 2 Hälften teilen und mit Olivenöl beträufeln
Feta in schmale Steifen schneiden und auf eine Ciabbattahälfte legen. Tomaten auf den Feta schichten. Mit Pfeffer würzen, zusammenklappen und für ca. 10 Minuten bei 150 °C in den Ofen (geht auch im Sandwichmaker).
Rucola gut aussortieren, waschen und die Strunken entfernen - anschließend in grobe Stücke hacken. Ciabbatta au dem Ofen nehmen und zwischen die Hälften reichlich gehackten Rucola geben... ta ta..... FERTIG!

Bon apetit!

Sonntag, 30. August 2009

Prompte Reaktion

Nachdem wir sowohl im Internetportal qype, als auch hier unserer Enttäuschung über das Calandi in Potsdam Raum gegeben haben und auch die Calandi-Zentale in München direkt über die dortigen Zustände informierten, kam doch wenige Stunden nach der Veröffentlichung eine email vom Calandi-Geschäftsführer:


"....vielen Dank für Ihre ehrliche, wenn auch vernichtende Kritik. In Potsdam ist einiges schiefgelaufen und wir bitten dies zu entschuldigen. Wir haben reagiert und die Filiale wurde gestern an einen neuen erfahrenden Pächter übergeben. Dieser wird heute und morgen für Vorbereitungen nutzen und wahrscheinlich am Dienstag neu eröffnen. Vielleicht geben Sie ihm und seinem Team ja mal eine Chance....."

Das nennen wir doch mal Kritikfähigkeit. Dafür gibts von uns einen dicken Pluspunkt, weil man bei Calandi anscheinend doch Wert auf zufriedene Kunden legt. Wir werden dem neuen Pächter im Calandi natürlich gern eine Chance geben und an dieser Stelle berichten, bzw. den qype-Nutzern ggf. rechtzeitig Entwarnung geben.

Enttäuscht!

Im vergangenen Jahr entdeckten wir im Hauptbahnhof Potsdam CALANDI... ein Systemgastronomiekonzept, ähnlich der Kette VAPIANO.
Das Konzept ist so einfach wie gut - auf der Calandi-Website wird wie folgt geworben:
"Gesund und frisch bedeutet zeitnahe Zubereitung der Speisen ohne Konservierungsstoffe und künstliche Geschmacksstoffe.... Die angebotenen Speisen Pasta, Pizza, Salate sowie verschiedene Snacks werden nur aus hochwertigen Zutaten frisch vor den Augen des Kunden nach seinen persönlichen Wünschen zubereitet
. Zudem erwarten Sie gleichbleibende Qualität und Geschmack."



Anfänglich waren wir begeistert, auch in Potsdam ein solches Konzept zu finden. Die Mitarbeiter waren motiviert und freundlich, das Ambiente sauber und gepflegt, die Gerichte frisch, knackig und geschmacklich prima. Die Karte kleiner als beim großen Vapiano-Konkurrenten bot uns das Calandi trotzdem eine wohltuende Abwechslung zu den Dönerbuden vor einem wochenendlichen Kinobesuch.


Mittlerweile wird dort leider an allen Ecken und Enden gespart. Unsere ersten Beobachtungen nach der Bestellung ließen uns skeptisch werden:
Frisch geschnippeltes Gemüse wird in den "Frischebehältern" der Theke gemischt mit Gemüse, das sichtbar bereits seine besten Zeiten erlebt hat. In anderen Behältern trocknet die Fertigsoße vor sich hin. Kein einziger Behälter ist abgedeckt und bietet so der vereinzelt umherschwirrenden Fliegen einen kulinarischen Landeplatz. Das Geschirr ist angeschlagen. Die Tische sind klebrig von diversen Essensresten und in der Geschirrablage stapeln sich benutzte Teller und Gläser unserer Vorgänger. Die einzige Bedienung wirkt völlig überfordert... Kurz: Das Potsdamer Calandi-Restaurant bietet ein trauriges Bild.
Unser erster Eindruck eines vernachlässigten Konzeptrestaurants bei der Bestellung an der Theke bestätigte sich allerspätestens mit seinem angewidert verzerrten Gesicht, nachdem Harald auf ein gammeliges Rucolablatt seines Pastagerichtes gebissen hatte. Soweit zur angepriesenen Qualität... das ist weder frisch, noch gesund und schon gar nicht lecker. Wir ließen das Gericht zurückgehen und bekamen immerhin eine neue Portion, die Harald ohne Rucola bestellte. Dieses Mal überwog der Geschmack von Fondor-Geschmacksverstärker, von Fertigpampe und künstlichen Aromen....Tomate? Fehlanzeige. Was ist mit dem Werbeslogan "...zeitnahe Zubereitung der Speisen ohne Konservierungsstoffe und künstliche Geschmacksstoffe..." ???
Statt eines geriebenen Parmesan oder Peccorino gabs klebriges Edamer-Gekröse auf die fertiggekochten Klebenudeln. Mediterran ist das nicht...
Was ist bloß los im Calandi-Potsdam? Gut ist was anderes!


Fazit:
Das Essen ist zwar reichlich, aber hat qualitativ derartig nachgelassen, dass wir in der nächsten Zeit lieber noch 3 Euro drauflegen und lieber doch wieder beim Italiener unseres Vertrauens essen gehen. Den Vergleich zum Vapiano-Konkurrenten verliert Calandi (jedenfalls in Potsdam) haushoch!

Mittwoch, 27. Mai 2009

Idylle an der Müritz

Bis wir unseren Reisebericht aus Barcelona vervollständigt haben, füttern wir Euch liebe Leser zwischendurch auch mal wieder mit anderen Testberichten.

Vor einigen Wochen führte mich mein Weg beruflicherweise an die Müritz... aus Kindertagen kenne ich diese Gegend als eher ruhig und verschlafen; mit Campingplatz und Plumpsklo.
Ruhig und verschlafen ist es dort auch heute noch, aber die liebevoll hergerichteten Dörfer und Orte mit ihren teilweise wunderschön sanierten Baudenkmälern, Kirchen und Scheunen machen diese Gegend zum einzigartigen Idyll.












So auch Ludorf:
"Am Westufer der Müritz, zwischen zwei Naturschutzgebieten gelegen, erblickt man eines der schönsten und ältesten Herrenhäuser Mecklenburgs, erbaut im Stile der dänischen Klinkerrenaissance. Das Gutshaus Ludorf zählt zu den bedeutendsten Bauten der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und ist glücklicherweise in seinem äußeren Erscheinungsbild nahezu unverändert geblieben".... so erzählt es die Website des Schlosshotel "Gutshaus Ludorf".
Und weiter erfährt man:
"Nach der Wende dem Verfall preisgegeben, kaufte 1998 die Familie Achtenhagen das Gutshaus und das Wirtschaftshaus. Nach behutsamer Sanierung eröffneten sie dieses im Jahre 2000 als familiengeführtes Schlosshotel."

Es ist nicht zu viel geprahlt. Mit wahrhaft feinem Gespür für Stil, Eleganz und die ländliche Umgebung findet man dort auf erstklassige Weise Kost und Logis. Kein Zimmer gleicht dem anderen, ein kleiner Park läd zum Spaziergang an die Müritz ein und wer möchte, kann bei Abreise noch eine der verschiedenen Spezialitäten mit nach Hause nehmen, die von verschiedenen Künstlern, Imkern oder Bauern angeboten werden.


Wer Ruhe sucht, wird sie dort finden. 2 Tage Ludorf waren für mich -trotz Arbeit- wie 1 Woche Mallorca....wenn man den mutigen Vergleich zulassen will. Ideal für romantische Stunden oder für Naturfreunde, die dennoch den Komfort suchen.





Das Frühstücksbuffet ist reichlich und abwechslungsreich (unbedingt das hausgemachte Rosengelee probieren!) und auch das Restaurant wartet mit einer interessanten Karte auf. Hier sind die Portionen (gemessen am Preis) eher übersichtlich...wer Hunger hat, dem sei dringend eine Vorspeise empfohlen. Dafür sind die Zutaten frisch und die Speisen durchweg sehr zu empfehlen.
Ein echter Geheimtipp (unbedingt auch für Brautpaare...man kann dort sehr romantisch heiraten!) und garantiert nicht mein letzter Besuch an der Müritz.

Donnerstag, 9. April 2009

Der Küchenschreck in Barcelona- Hotel Majestic

Der Küchenschreck ist endlich aus seinem Winterschlaf erwacht und hat Euch aus Barcelona einen umfassenden Reisebericht mitgebracht. Hier braucht Ihr heute also ein bisschen Geduld und Muße, denn wir haben in den 5 Tagen nicht nur Restaurants getestet, sondern auch sehr viel erlebt.

Das "Hotel Majestic" war in dieser Zeit unser "Zuhause" und auf den auf den ersten Blick ein sehr schickes Etablissement...erwartet man auch irgendwie bei 5 Sternen...die hatten sogar Kofferträger und Pagen. Ganz schön schwülstige Bude mit dicken Teppichen, Kronleuchtern und haufenweise Louis Vuitton-Taschen-Trägerinnen mit riesigen Sonnenbrillen.

Unser Zimmer war eher winzig, hatte einen beschissenen Ausblick auf den Hinterhof mit 1000 Mülltonnen, aber ein großes Bett und ein schönes, sauberes Badezimmer. Zwar hatten wir eh nicht vor, den ganzen Tag im Hotel zu sitzen, aber bei einem stolzen Zimmerpreis von 250 € erwarteten wir irgendwie was Anderes.


Der Frühstücksraum befand sich im Keller der Gebäudes und hatte dementsprechend nicht ein einziges Fenster. Er war auf Tiefkühltemperaturen eingestellt und glich eher einem Ameisenhaufen (wuselnde Kellner und Gäste) als einem gemütlichen Frühstücksrestaurant. Man servierte chlorierten Tee. Kaffee gabs aus einem Nespresso-Automaten. Das Obst auf dem Buffet teilweise noch gefroren, teilweise unreif, teilweise mit Frostaschäden. Manchegokäse und spanischer Schinken dagegen erstklassig. Sicher, das Frühstück ist nicht die Sache eines Spaniers, aber in einem Hotel mit internationalem Ruf sollte ein gutes Frühstück zum Service gehören.
Zusammenfassung:
Zwar gab es in der ersten Etage ein "mehrsterniges" Gourmetrestaurant, aber die letzte Renovierung lag -laut Auskunft im Aufzug- bereits 10 Jahre zurück. Und wenn man genau hinschaut hat, konnte man überall sehen, dass es eigentlich viel zu tun gäbe. Angefangen bei durchgelegenen Matrazen, über Schrammen und Kerben in den Möbeln oder Laufstraßen im Teppich... der glamouröse Lack eines 5*-Hotels ist leider bereits etwas abgeblättert.

Trotz allem haben wir uns die Laune nicht vermiesen lassen und haben uns Barcelona zu Fuß und im Bus erkundet und waren beeindruckt von einer bunten, jungen und trubeligen Stadt. Wir werden zwar nie wieder im "Majestic" logieren, kommen aber trotzdem bestimmt wieder in die katalanische Hauptstadt .